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5 Gründe, warum BTS jede Boyband in die Tasche stecken

Die ganze Welt spricht über BTS. Kaum eine andere Boyband hat in den letzten Jahren so polarisiert wie die sieben Jungs aus Südkorea. Was die aktuell erfolgreichste Boyband der Welt von anderen Gruppen unterscheidet, haben sich Madleen Kamrath und Daniel Koch für das Applause Magazin näher angesehen. Foto: imago images / ZUMA Press

Bangtan Sonyeondan, kurz BTS, zählen zu den erfolgreichsten Bands des Planeten und sind der Grund, warum inzwischen wohl jeder schon mal von K-Pop gehört hat. Wir erklären nochmal, was RM, Jin, Suga, J-Hope, Jimin, V und Jungkook eigentlich allen Boygroup-Kollegen voraus haben.

1. BTS Fans sind eine Macht

Es gibt eine todsichere Option, sich als klugscheißender Musikjournalist zu outen, der sich nur kurz mal ins Thema BTS eingelesen hat: Man muss nur schreiben, dass diese Band ja so wahnsinnig gut in Sachen Social Media sei. Warum das falsch ist? Nun ja – BTS versorgen zwar wie alle K-Pop-Bands ihre Fans stetig mit neuem Output auf diversen Plattformen. Der Grund, warum alles was sie machen von einer Traffic-Welle sondergleichen begleitet wird, ist aber eben nicht die Arbeit der Band, sondern die ihrer Fanbase.

ARMY, im Koreanischen 아미 sorgt regelmäßig dafür, dass das Internet glüht, wenn BTS mal wieder irgendwo auftreten, was Neues veröffentlichen oder man einfach Lust hat, seiner Fanliebe zu frönen. Statt eines Aprilscherzes hielt sich ARMY letzte Woche zum Beispiel bei Laune, indem man Erinnerungen an das BTS-Debütjahr 2013 teilte. Wenn also mal wieder ein amerikanischer Talkshow-Host auf einen Traffic-Peak bei YouTube, Twitter und Instagram hofft, biedert er sich gerne bei BTS und ihren Fans an – was in den meisten Fällen, leider sehr, äh, offensichtlich ist. Ja, Jimmy Fallon – du bist gemeint…

2. Gegen die BTS-Choreografien wirken selbst die jungen *NSYNC und Backstreet Boys wie Grobmotoriker

In Sachen Choreografie und Tanz spielen die K-Pop-Acts eh in einer Liga für sich. Was sicher daran liegt, dass dieser Aspekt mindestens so wichtig ist wie die Musik selbst – was man auch an den stets spektakulären Videoclips sieht.

Und es liegt daran, dass es eben fast so etwas wie eine Ausbildung zum „Idol“ in einer K-Pop-Band gibt, die von einer ähnlichen Disziplin geprägt ist, wie das gesamte Arbeitsleben in Südkorea. Was natürlich keinesfalls endet, wenn der Erfolg kommt. Im Gegenteil: Wer so tanzt wie BTS, der wird Stunden um Stunden bei Proben verbringen. Man könnte Wochen damit füllen, sich die Dance Practice Clips von BTS reinzuziehen, aber wir denken, das eine ihrer größten Performances reicht, um alle Zweifler zu überzeugen:

3. Natürlich: Die Musik!

Ein Faktor, der generell viel zu kurz kommt, wenn der Musikjournalismus auf BTS im Speziellen und K-Pop im Allgemeinen blickt. Die versammelte Musik- und Kultur-Presse wusste ja selbst an dem Tag, an dem BTS zum ersten Mal in deutschen Arenen spielten (und diese innerhalb von Minuten ausverkauften) noch nicht, was da eben gelandet war und dafür sorgte, dass sich junge Fans schon Tage vor der Show an den Locations versammelten.

Begleitet wird dieses Nichtwissen dann gerne mit einem schnöseligen Naserümpfen, dass die Musik doch nur industrialisierter Pop von der Stange sei. Was für ein Bullshit. Es stimmt, dass man sich erst an K-Pop gewöhnen muss, wenn man wie die meisten von angloamerikanischem Pop geprägt wurde. Wenn eine Band wie im Falle von BTS vier saugute Sänger und drei tighte Rapper in einem Song unterbringen muss, passiert da natürlich weitaus mehr als in anderen Liedern.

Auch die große Freude am Stilbruch erfordert eine gewissen Offenheit. Hat man sich aber mal drauf eingelassen und weiß den Klang des Koreanisch-Englisch-Gemischs zu schätzen, erscheint einem klassischer Ami-Pop oft erstaunlich überraschungsfrei.

Ebenso nervig an der pauschalen Kritik ist die totale Nichtbeachtung der Lyrics. Klar, viele K-Pop-Songs klingen vor allem in den englischen Parts etwas generisch, aber gerade die frühen BTS verhandelten in ihren Songs tatsächlich auch gesellschaftlich relevante Themen und werfen geschickt mit popkulturellen Referenzen um sich. Auch ihre eigene Rolle im K-Pop-Game wird oft aufgegriffen. Steckt also viel mehr hinter, als man so locker abwatschen sollte. Der YouTube-Channel DKDKTV ist übrigens sehr gut darin, das alles mal aufzudröseln.

4. BTS sind sieben eigenständige Musiker, Songwriter, Produzenten, Tänzer…

Der oben auseinandergenommene Song „IDOL“ befasst sich ja auch schon mit dem Thema, dass Idols oft gedisst werden, oder als Dienstleister angesehen werden, die tun, was ihnen die Managements vorschreiben. Die sieben Köpfe von BTS verstehen jedoch ihr kreatives Handwerk.

Man könnte hier alle sieben biografisch auseinandernehmen, aber stellvertretend sei hier nur mal Bandleader RM – früher Rap Monster – vorgestellt. Nicht nur, dass seine Solo-Mixtapes „RM“ und „Mono“ ihn als verdammt guten Rapper und Produzenten zeigen, RM schreibt und produziert immer noch eifrig und ist laut der Korea Music Copyright Association (KOMCA) an mittlerweile über 130 Songs beteiligt.

Das schon 1964 gegründete gemeinnützige südkoreanisches Urheberrechtskollektiv für Musikwerke erhebt nur die erfolgreichsten Mitglieder in die Kategorie eines „Full Members“ – und kuratiert die Auswahl durch ein Gremium, das jeweils nur die Gesamtzahl von 25 aktiven Full Members zulässt. Von den sieben BTS-Mitgliedern war Suga der erste, dem diese Branchen-Ehre zuteil wurde, Anfang des Jahres folgten RM und J-Hope. Bis heute schreiben und produzieren sie mit anderen Produzent*innen und Songwriter*innen die BTS-Songs.

Da BTS bald vor der Situation stehen, dass die ältesten Mitglieder von ihnen zum Militär müssen, wird es spannend werden zu sehen, wie sie ihre Solokarrieren weiter voranbringen. Vor allem Suga ist mit seinem sehr tollen Halsey-Gastspiel „SUGA‘s Interlude“ (die wiederum ja auch mit dem BTS-Gastspiel bei „Boy With Luv“ ihre Karriere kickte) auf gutem Kurs.

Und J-Hopes Smash-Hit „Chicken Noodle Soup“ mit Becky G (ein Update des gleichnamigen Songs von Webstar And Young B) zeigt ebenfalls, dass er das Zeug zum Solostar hat. Und dann wäre da noch die Tatsache, dass BTS ihre Rolle als Botschafter einer ganzen Kultur, inzwischen auch gesellschaftlich zu nutzen wissen.

Denn BTS unterstützen finanziell sowie mit ihrer Präsenz Programme wie „Generation Unlimited“ der UNO – was sie mit eloquenten Rede vor den Vereinten Nationen zelebrierten. Allerdings: Wenn man sie so reden hört und ihre Biografien kennt, wünscht man sich doch ein wenig, dass K-Pop-Stars mal zugänglicher werden, ausführliche Interviews geben und so Dinge tun, die andere tun.

Umso mehr freuen sich die Fans um jede persönliche Nachricht. Erst kürzlich gaben die Jungs mit einer ergreifenden Message zur COVID-19-Krise ihren Fans Hoffnung und Mut in dieser für alle Seiten schweren Zeit:

5. BTS haben das süßeste Merchandise unter der Sonne

Den kommerziellen Aspekt ihrer Karriere haben eigentlich alle K-Pop-Acts im Griff. BTS sind dabei allerdings schon einen Level weiter. Mit den Designer*innen der vor allem im asiatischen Raum gefeierten „Line Friends“-Charaktere haben sie acht Comic-Figuren konzipiert. Tata (V), Shooky (Suga), Cooky (Jungkook), Koya (RM), Chimmy (Jimin), RJ (Jin), Mang (J-Hope) und Van (die Verkörperung von ARMY) sind BT21 – und das vielleicht süßeste Merchandise, das je eine Band zustande gebracht hat.

Wenn BTS für ein Konzert in der Stadt sind (was hoffentlich bald wieder der Fall ist), erkennt man die ARMY jedenfalls oft daran, dass sie Stoff-Shookys auf dem Kopf tragen, einen Chimmy auf dem Rucksack haben oder aber Koya-Ohren tragen. Die sweeten Figuren gibt es in zig Variationen als Kleidungsstück, Kissen, Handyschutz und als klassisches Stofftier.

Bald startet übrigens die neue Staffel von „BT21 Universe“, wo man dabei zuschauen kann, wie BTS kichernd die neuen Abenteuer ihre Comic-Charaktere besprechen und die Zeichner*innen und Designer*innen dann versuchen, daraus eine kohärente Storyline zu machen.


Ihr bekommt nicht genug von BTS? Dann empfehlen wir euch diese 7-stündige (!) Spotify-Playlist zum Rauf- und Runterhören:


Alle Infos und Fragen auf die wichtigsten Antworten zum Vorverkauf der zwei Berlin-Konzerte im Juli 2020 haben wir in diesem FAQ (auf deutsch und englisch) für euch zusammengefasst.

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