B2B / Partner-Interview

Daniela Eicher-Hulliger | Leiterin Kulturfabrik Lyss

Die Kulturfabrik Lyss – oder kurz: KUFA – ist ein Kulturzentrum, das 1998 durch den Jugendverein Lyss gegründet wurde. Heute ist es mit rund 50'000 Besuchern pro Jahr das grösste Ausgangslokal der Berner Gemeinde Lyss und ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens im Seeland.

Für welchen Event haben Sie Ihr erstes Ticket gekauft?
Daniela Eicher-Hulliger: Das war im Juni 1993 für Metallica und Suicidal Tendencies im Joggeli in Basel. Ich habe mir das Ticket selbst gekauft und es mir anschliessend von meinen Freundinnen zum Geburtstag schenken lassen, damit meine Eltern keinesfalls nein sagen konnten. Hat funktioniert.

Wie bereiten Sie sich am Vortag auf den Start Ihrer Veranstaltung vor?
Eicher-Hulliger: Da bei uns in der Kulturfabrik jede Woche mehrere Events stattfinden, sind wir quasi immer in der Vorbereitungsphase. Ich habe ein tolles Team im Rücken, das mir hilft, dafür zu sorgen, dass jeder Event reibungslos über die Bühne gehen wird, vor allem für unsere Gäste. Im Hintergrund wird oftmals ganz schön gewirbelt. Am Vortag wird in der Regel noch einmal alles überprüft: Sind genug Leute vor Ort? Fehlt noch irgendetwas auf der Bühne oder in der Küche? Und vieles mehr. Dank dieser Vorkehrungen können dann alle ruhig schlafen.

Worüber haben Sie sich als Veranstalterin letztmals so richtig geärgert?
Eicher-Hulliger: Am meisten ärgere ich mich über Sachbeschädigungen in der Kulturfabrik. Die jungen Partygäste in der KUFA wissen manchmal nicht, wie unsinnig sie sich verhalten wollen. Wenn dann auch noch Dinge im oder am Haus zerstört werden, bin ich richtig verärgert und traurig zugleich.

Was war bislang der Höhepunkt in Ihrer Karriere als Veranstalterin?
Eicher-Hulliger: Eine schwierige Frage. Jedes gelungene Konzert und jede gelungene Party ist für mich ein Höhepunkt. Oder wenn sich die Künstlerinnen und Künstler am Ende des Abends bei uns bedanken und uns Komplimente für unsere Location und unsere Art und Weise des Arbeitens machen – auch das sind Höhepunkte. Wenn ich an einem ausverkauften Konzert auf der obersten Galerie stehe und runter auf die Leute und die Bühne schauen kann, dann bin ich einfach nur berührt und glücklich.

Welchen Fehler im Ticketing machen Sie garantiert kein zweites Mal?
Eicher-Hulliger: Zu viele verschiedene Ticketarten anzubieten, kann etwas verwirrend und kompliziert werden. Wir hatten einmal über einen längeren Zeitraum die Situation, dass wir Tickets auf zwei verschiedenen Plattformen angeboten haben. Die ganze Kontingentierung, das Abrechnen und andere Sachen – das war sehr kompliziert. Das werden wir in Zukunft wenn immer möglich vermeiden.

Weshalb die Zusammenarbeit mit Ticketmaster?
Eicher-Hulliger: Da unser Vertrag beim bisherigen Ticketanbieter auslief, haben wir von verschiedenen Anbietern Offerten eingeholt. Der Kontakt mit Ticketmaster war von Anfang an sehr sympathisch und unkompliziert. Und wir haben ein sehr gutes Angebot offeriert bekommen.

Vor welchen Entwicklungen im Ticketingmarkt haben Sie Respekt?
Eicher-Hulliger: Den Ticketzweitmarkt beobachte ich mit grossem Respekt. Zum Glück werden wir mit dem Thema bis jetzt nicht konfrontiert. Unsere Location ist dafür zu klein. Aber ganz allgemein finde ich das Thema schwierig und die Aufklärung noch zu wenig breit.

Wo wünschen Sie sich im Ticketing Innovationen?
Eicher-Hulliger: Da wir die Zusammenarbeit mit Ticketmaster erst in diesem Sommer starten, kann ich diese Frage noch nicht beantworten. Fragen Sie mich doch in einem Jahr noch einmal. Was ich bis jetzt jedoch wahrgenommen habe, ist, dass Ticketmaster sehr innovativ ist.

Eine Prognose: Wie sieht der Ticketingverkauf in 10 Jahren aus?
Eicher-Hulliger: Ich kann mir gut vorstellen, dass wirklich nur noch die grossen Player im Rennen sein werden. Und ich bin gespannt, wie sich die Preise verändern werden. Gedruckte Tickets wird es wahrscheinlich nicht mehr geben, was ich persönlich schade finden würde, weil ich meine Tickets von besuchten Events immer in ein Album klebe. Die Zukunft wird wohl immer digitaler.

Eine Ihrer Lebensweisheiten als Veranstalterin?
Eicher-Hulliger: Zusammen schafft man alles!

Interview: Jürg Kernen

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